§ 9. Personal identity.
[..T]o find wherein personal identity consists, we must consider what person stands for;- which, I think, is a thinking intelligent being, that has reason and reflection, and can consider itself as itself, the same thinking thing, in different times and places; which it does only by that consciousness which is inseparable from thinking, and, as it seems to me, essential to it: it being impossible for any one to perceive without perceiving that he does perceive. When we see, hear, smell, taste, feel, meditate, or will anything, we know that we do so. Thus it is always as to our present sensations and perceptions: and by this every one is to himself that which he calls self:- it not being considered, in this case, whether the same self be continued in the same or divers substances. For, since consciousness always accompanies thinking, and it is that which makes every one to be what he calls self, and thereby distinguishes himself from all other thinking things, in this alone consists personal identity, i.e. the sameness of a rational being: and as far as this consciousness can be extended backwards to any past action or thought, so far reaches the identity of that person; it is the same self now it was then; and it is by the same self with this present one that now reflects on it, that that action was done.
- John Locke, An Essay concerning human understanding, Chapter XXVII, Of Identity and Diversity
“Was sie so verstört hat [..] ist die vom Traum bewirkte Aufhebung der gegenwärtigen Zeit. Sie hängt nämlich sehr an ihrer Gegenwart, die sie für nichts in der Welt eintauschen würde, weder gegen die Vergangenheit noch gegen die Zukunft.”
“[D]as war der wahre und einzige Seinsgrund der Freundschaft: einen Spiegel zu liefern, in dem der andere sein einstiges Bild betrachten kann.”
“Wie kann man unter der Abwesenheit von jemandem leiden, der anwesend ist? [..] wenn man eine Zukunft vorausahnt, in der der Geliebte nicht mehr ist; wenn der Tod des Geliebten unsichtbar schon gegenwärtig ist.”
“[I]ch stellte mir das vor mir liegende Leben wie einen Baum vor. Ich nannte ihn damals den Baum der Möglichkeiten. Nur während einer kurzen Zeit sieht man das Leben so. Danach erscheint es wie [..] ein Tunnel, aus dem man nicht herauskann.”
“Ich habe mir vorgestellt, du seist jemand anderes. Dass du anders bist, als ich mir dich vorstelle. Dass ich mich in deiner Identität getäuscht habe.”
“Seine Eifersucht [..] verwandelte [..] eine geliebte Frau in das Trugbild einer geliebten Frau. Und da sie für ihn kein sicheres Wesen mehr war, gab es in dem Chaos ohne Werte, das die Welt ist, keinen festen Punkt mehr.”
“Ich habe Angst, wenn mein Auge blinzelt. Angst, dass während dieser Sekunde, in der mein Blick erlischt, sich eine Schlange, eine Ratte, ein anderer Mann an deine Stelle schiebt.”
- Milan Kundera
»Wenn ich für meinen Teil recht tief in dasjenige eindringe, was ich mein Ich nenne, so treffe ich allemal auf gewisse partikuläre Vorstellungen oder auf Empfindungen von Hitze oder Kälte, Licht oder Schatten, Liebe oder Haß, Lust oder Unlust. Ich kann mein Ich nie allein ohne eine Vorstellung ertappen, und alles, was ich beobachte, ist nie etwas andres als eine Vorstellung. Wenn meine Vorstellungen eine Zeitlang aufgehoben sind, wie im tiefen Schlafe, so fühle ich während dieser Zeit mein Ich gar nicht, und man könnte mit Wahrheit sagen, daß es gar nicht existiere.«
— David Hume
“Vorstellungen haben kein bestimmbares oder endgültiges Aussehen, [..] naturgemäss bleibt es eine offene [..] Frage, ob die in dem einen Beschauer [..] gegenwärtige Vorstellung übereinstimmt mit den Vorstellungen anderer Beschauer und ob irgendeine dieser je möglichen Vorstellungen mit der Person des Mannes selbst übereinstimmt.
Was in Giacomettis [..] Werk [..] thematisch wird, ist die Nichtabbildbarkeit des Mannes, seine Unvereinnehmbarkeit durch ein Abbild wie [..] durch die Vorstellung [..].
Die Annäherung an das Gebilde klärt nicht nur nicht auf, sie macht ratlos. Das Gestalthafte des Sehbildes zerfällt [..], und im Zerfallen des Sehbildes zerfallen auch die vielfachen Vorstellungen, die es bewirkt.
Zur Würde seiner Individualität ist Diego [..] - erstaunlich genug - mittels eines plastischen Bildwerks beschworen als unantastbar.
Giacomettis Diego-Büste ist demnach ein Erkenntnismodell für Individualität [..].”
- Max Imdahl
Es kann sein, dass, wie man gern erklärt, »der Mensch vergeht«. Er vergeht, er ist sogar immer schon vergangen, in dem Masse, als er immer schon seinem eigenen Verschwinden vereignet war.
— Maurice Blanchot
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